Eine Liebesgeschichte (ich liebe dich)

Autor: Lucky Luke 7. Februar 2007 @ 16:57

Als ich Dich kennen lernte, war ich nur auf der Suche nach einer Freundschaft. Durch die Trennung von meinem vorherigen Partner hatte sich mein Bekanntenkreis ziemlich dezimiert, da ich fort gezogen war. Da ich kein Vereinsmensch bin und außerdem berufliches von privatem möglichst trenne, hatte ich die Idee, im Internet nach gleich gesinnten Menschen zu suchen.

Was ich, als Frau, nicht bedacht hatte, war die Tatsache, dass Frauen dort eher weniger Frauenfreundschaften suchen und für Männer das Wort Freundschaft hier eine andere Bedeutung hat. Ich bekam auf mein Profil, was ich erstellt hatte, viele Zuschriften, mal mehr, mal weniger eindeutig und das gefiel mir nicht. Ich wollte schon aufgeben, da kam Deine Mail. Sie war wohltuend anders, ohne Andeutungen oder Anspielungen, sondern nett und höflich, ohne bieder zu wirken. Also beschloss ich, dass dies mein letzter Versuch sein sollte, eine Freundschaft zu schließen. Damit auch ja keine Missverständnisse auftreten konnten, schrieb ich Dir sofort zu Beginn, dass ich kein Interesse an einer Beziehung hatte und ein persönliches Treffen für mich nicht in Frage kam, da ich ein gebranntes Kind war. Du gingst darauf ein und von da an pendelten die Mails hin und her. Wir bauten immer mehr Vertrauen zueinander auf und erzählten uns quasi alles. Jeden Tag freute ich mich auf das Nachhausekommen von der Arbeit, denn ich wusste, es wartete jemand, Du – bzw. Deine Mail auf mich. Wir schrieben schon einige Wochen, da erzähltest Du, dass Du über eine Kontaktanzeige eine Frau kennen lernen wolltest. Die Anzeige hattest Du aufgegeben und sie hatte Dir geantwortet. Du fragtest mich um Rat, wo Du sie wohl am Besten treffen solltest und ob und welche Blumen für ein erstes Treffen angesagt wären. Ich spürte ein leises Unbehagen in mir aufkommen. Das hätte ich aber weder Dir noch mir eingestanden und so versuchte ich Dich so zu beraten wie ich es eben bei einem guten Freund getan hätte. Der Tag Eures Treffens kam und am Abend hatte ich eine Mail von Dir, in der Du mir davon erzähltest. Wie gut Ihr Euch verstanden hattet und wie nett sie war. Ich hätte sie erwürgen können und Dich gleich mit. Aber das gab ich ja nicht zu. Ich wollte ja nur Freundschaft, nicht mehr. Von da an drehten sich Deine Mails immer um diese Frau, Eure Treffen, Eure Telefonate und SMS. Das ging über eine Woche so und meine Stimmung sank immer mehr. Doch dann tauchten in Deinen Mails immer mehr Probleme auf, die Du mit ihr hattest. Scheinbar hatte sie sich noch nicht von ihrem vorherigen Partner wirklich gelöst. Da habe ich mächtig auf die Pauke gehauen und Dir geschrieben, dass Du als Lückenbüßer viel zu schade bist und Dir überlegen solltest, ob sie das wert ist. Nach einigen Tagen schriebst Du mir, dass Du es Dir überlegt hast und sie wieder treffen wolltest, weil Du ihr eine Chance geben wolltest. Als ich diese Mail las, gab ich mir selbst gegenüber zum ersten Mal zu, dass ich mich in Dich verliebt hatte und Dich keinesfalls an diese Frau verlieren wollte. Was sollte ich tun? Ich hatte doch von Anfang an klar gestellt, was ich nicht wollte und musste davon ausgehen, dass Du wirklich nur Freundschaft für mich empfindest. Trotzdem, ich nahm all meinen Mut zusammen und schrieb Dir, dass ich Dich gerne persönlich kennenlernen wollte. Teilte Dir auch noch meine Telefonnummer mit, damit Du den nächsten Schritt machen musstest, wenn Du wolltest. Ich hatte die Mail kaum abgeschickt, da klingelte mein Telefon. Ich hatte Herzklopfen wie ein Teenager. Du warst dran, sehr wortkarg, aber immerhin schlugst Du ein Treffen vor. Zwei Tage später war es soweit. Wir sahen uns zum ersten Mal in die Augen und es funkte ganz gewaltig. Später hast Du mir erzählt, dass die andere Frau zwar tatsächlich existiert hat, aber nie eine Gefahr für mich war. Du wolltest, dass ich meine Schutzhülle verlasse und zu meinen Gefühlen stehe. Das hast Du geschafft und dafür liebe ich Dich.



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