Selbstvertrauen – die leidige Liebe

Autor: Lucky Luke 7. Februar 2007 @ 00:17

Jeder kennt es, wir alle waren schon einmal in so einer Situation und wir werden auch in Zukunft noch oft genug in einer solchen landen:

Man (oder eben frau) ist schon wieder viel zu lange Single und möchte endlich etwas an diesem ledigen Zustand ändern. Nun, leichter gesagt als getan und selbst wenn die erste Hürde – nämlich die Suche nach dem einzig wahren und perfekten Partner nach langen und schwierigen Auswahlen abgeschlossen ist – türmt sich fast im selben Moment die nächste Hürde vor einem auf:

Schön und gut, wenn man selbst von der Idee begeistert ist, mit dieser Person die nächsten Jahre verbringen zu wollen, aber wie macht man das dem Gegenüber am schnellsten und besten begreiflich? Die Holzhammermethode ist schließlich schon in der Steinzeit eher verpönt gewesen und Liebestränke gibt es leider auch nur in Büchern.

Wohl oder übel wird man also auf den guten alten Charme zurückgreifen müssen, auf Eloquenz und all das, was Normalsterbliche schon beinahe vergessen haben. Schnell schwindet jegliches Selbstvertrauen, was beim Flirten doch so wichtig ist. Schließlich wollen Sie sich doch bestmöglich an den Mann, bzw die Frau bringen!

Doch bevor Sie nun endgültig das Handtuch werfen, ein kleiner Hinweis: Auch Romeo und Julia waren nur – fiktive – Menschen. Jeder kann glücklich werden und jeder hat das Recht dazu. Also: Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass Sie es nicht verdient haben, geliebt zu werden und Sie werden bereits mit deutlich besserem Selbstvertrauen an die Sache herangehen.

Als Zweites sollte man daran denken, was man eigentlich “verkauft” – sich selbst nämlich und niemanden sonst. Natürlich gibt es ein paar Grundregeln, die jeder befolgen sollte, aber ansonsten ist die Wahl der richtigen Flirttaktik nur einem überlassen – Ihnen selbst. Lassen Sie sich also nicht von zahlreichen Freunden genauso zahlreiche und widersprüchliche Tipps geben, die Sie sich erstens nicht merken und zweitens nicht befolgen können, weil sprichwörtlich ja eben doch immer anders kommt als man denkt.

Ihr Selbstvertrauen bildet beim Flirten das Gerüst des Ganzen. Dadurch zeigen Sie Ihren Willen, Ihre Einsatzbereichtschaft und vor allem Ihre Überzeugung. Haben Sie es geschafft, sich darüber im Klaren zu sein, dass Ihre Julia oder Ihr Romeo genau wie Sie auch nur mit Wasser kocht, können Sie darüber hinaus mit Ihren wahren Stärken glänzen. Mit Eigenschaften, die Sie einzigartig, interessant und vor allem begehrenswert machen. Natürlich immer in Hinblick auf Ihre Umwelt und dem Objekt Ihrer Begierde. Verstellen Sie sich nicht zu sehr, bleiben Sie Sie selbst und gehen Sie auf ihr Gegenüber ein, hören Sie zu und Sie haben bereits mehr Chancen als mit einer eilig zugesteckten und zudem noch unleserlichen Handynummer.

Reden ist nun einmal das A und O in einer Beziehung und genau das wollen Sie ja schließlich! Fangen Sie also gleich damit an, nur fallen Sie nicht gleich mit der Tür ins Haus. Ein wenig Smalltalk hat noch niemanden umgebracht und bevor Sie sich bereits am Ende einer heißen Nacht sehen, sollten Sie vielleicht erst einmal in Erfahrung bringen, wer da neben Ihnen sitzt.

Auch das hat mit Selbstvertrauen zu tun. Nummern zustecken mag zwar in einigen wenigen Fällen ebenfalls zum Erfolg führen, aber ein ordentliches Gespräch ist dann doch die bessere Alternative. “Und wie soll ich so ein Gespräch beginnen?”, fragen Sie sich jetzt sicherlich und die Antwort folgt auf dem Fuße – ein einfaches “Hallo, wie geht’s?” reicht manchmal schon aus und klärt zumindest schon einmal, wie Ihre Grundchancen stehen, auf denen Sie dann systematisch aufbauen können (hier kommt dann wieder der Charme ins Spiel!). Schleudert Ihnen eine deftige Abfuhr entgegen, sollten Sie sich schleunigst aus dem Staub machen, so schön es vielleicht auch gewesen wäre. Doch lassen Sie sich nicht davon entmutigen – es muss nicht an Ihnen liegen, schließlich kann jeder mal einen schlechten Tag haben und vielleicht ergibt sich ja zu einem anderen Zeitpunkt doch noch etwas?!

Sie merken – die Liebe treibt ein grausames Spiel mit vielen von uns und einmal erwischt, lässt sie uns nur ungern wieder los. Lassen Sie sich nicht völlig von ihr bestimmen, nehmen Sie das Ruder selbst in die Hand und Sie werden sehen, dass es eigentlich ganz einfach sein kann. Sie müssen nur eines beachten:

Es heißt zwar, im Krieg und in der Liebe sind alle Waffen erlaubt, aber nehmen Sie diesen Ausspruch keinesfalls zu ernst. Zwang hat nur selten etwas mit wahrer Liebe zu tun und sollte daher auch niemals Gegenstand einer Beziehung sein – weder zu Beginn noch zu irgendeinem anderen Zeitpunkt der Zweisamkeit. Deswegen müssen Sie sich nicht nur selbst vertrauen, sondern Ihrem (zukünftigen) Partner auch davon überzeugen, dass man Ihnen vertrauen kann. Nur so können Sie Ihr Ziel erreichen.

Je mehr sie sich selbst vertrauen können, desto leichter können Ihnen auch andere Menschen vertrauen. Doch verwechseln Sie bitte nicht Selbstvertrauen mit Selbstwertgefühl, denn nur zu oft driftet übersteigertes Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein in Arroganz und Eitelkeit um – zwei Gesellen, die der Liebe nur zu gerne im Wege stehen.

Selbstvertrauen ja, Arroganz nein – das ist der Schlüssel zu Ihrem Erfolg und aus dem Trauerspiel Liebe wird eine Romanze mit Happy End.



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