Junge Kerle und ältere Männer… – Milenas Welt

Autor: Milena 24. April 2008 @ 17:21

Gestern war so ein typischer Prosecco-Pizza-Plauderabend mit meiner Freundin Julia. Tiefgründiges Hauptthema diesmal: das Für und Wider von jüngeren Liebhabern. Meine Meinung ist da völlig klar: ab 33 sind sie brauchbar, Ausnahmen bestätigen die Regel, doch begegnet ist mir so ein Sonderfall noch nicht. Julia ist da eher der Meinung von Madonna: „Sie wissen nicht, was sie tun, aber sie tun es die ganze Nacht.“
Das mag ja stimmen und für Frauen, die darauf stehen, von einer Nähmaschine durchs Bett genagelt zu werden, die danach aufspringt, in die Hände klatscht und „noch mal“ ruft, auch okay sein. Für mich nicht. Mir ist das einfach zu anstrengend, mal davon abgesehen, dass Kerle zwischen 18 und 28 gerne ihre neuerworbenen Kenntnisse aus dem Beate-Uhse-Bestseller „3003 Stellungen für ein erfülltes Liebesleben“ ausprobieren wollen. Und schwups findet man sich in einer Stellung wieder, über deren Außenansicht man sich besser keine Gedanken macht – akute Lachanfallgarantie. Genauso wenig sollte man darüber nachdenken, was die Mutter dazu sagen würde. Was Mütter und Sex angeht, weiß ich übrigens wovon ich rede. Während sich meine Freundinnen höchstens in der Reiterstellung erwischen ließen, ertappte mich meine eingewickelt in 20 Meter Seil samt leiser summender Vibratoren im Hintergrund, während ich mich bemühte mich nicht an seinem Ding zu verschlucken. Danach durfte ich lange keinen männlichen Besuch empfangen und es wurde ein absolutes Sexverbot in der Wohnung verhängt. Drei Monate später zog ich aus.

Meine Liebhaber und Freunde waren immer älter als ich, soviel älter, dass sie ihr Handwerk beherrschten und die anfänglichen Fauxpas hinter sich gelassen hatten. So lernt man was dazu und muss sich nicht mit männlicher Unsicherheit, roten Nervositätsflecken im Gesicht und zweiminütig wiederholenden „ist das für dich okay?“-Phrasen aus dem Rhythmus bringen lassen. Wie soll man sich denn da konzentrieren? Hinzu kommt, dass man sich ständig auf die Zunge beißen muss, um ihm „würdest du deinen Mund halten, wäre es nur halb so schlecht“ verbal um die Ohren zu hauen.

Also meine Präferenz ist völlig klar, auch wenn es natürlich ein paar Nachteile gibt. So haben Julia und ich gestern Abend folgende festgestellt: je älter der Mann neben dir ist, desto schneller schläft er nach dem Orgasmus ein. Im Gegensatz zu jungen Kerlen. Denn die reagieren nach dem Sex wie hyperventilierende Geckos, doch überschreiten sie die 33, wird langsam aber sehr sicher ein alternder Löwe daraus. Ich denke, das ist okay. Denn während wir uns einmal im Monat dazu hinreißen lassen, dass energiesparend ein Ei schlüpft (wir würden in jeder Legebatterie sofort ausgemustert werden), müssen Männer Tag für Tag, von morgens bis abends, ja sogar, wenn sie schlafen, Milliarden von Samen basteln, die sich auch noch bewegen und genetisch perfekt codiert sein müssen, während sich unsere Gene gemächlich durch die Eierstöcke schaukeln lassen. Ich will damit nichts über Qualität und Quantität sagen, sondern nur darauf hinweisen, dass solch energiereiche Körperfunktionen, inklusive der zumeist deutlichen Mehrarbeit im Bett, im steigenden Alter eben eine längere Regenerierungsphase benötigt.
Richtig. Abrollen und einschlafen geht natürlich auch nicht. Ich will zumindest den Hauch eines Nachspiels, die Haut des anderen spüren und eine Zigarette rauchen. Dann kann er meinetwegen einschlafen. Meist finde ich das sogar eher praktisch, weil ich meine Ruhe habe und kein „war ich gut?“ oder „hat es dir gefallen?“ beantworten muss. Und zusätzlich kann man ihm noch sagen, was man sich bei wachem Zustand nicht trauen würde. Welche erwachsene Frau sagt ihrem Liebhaber danach schon ins Gesicht, „du bist toll“ oder „Ich mag dich“?. Keine.
Julia gibt zu, dass junge Liebhaber nach dem Sex oft nerven und noch was machen wollen, Hunger haben oder Lust auf Reden haben, am liebesten über vergangene Beziehungen. Sie wollen dann wissen, wie er so im Bett war. Das machen erfahrene Liebhaber einfach nicht. Man muss mit ihnen auch nicht diskutieren was man mag und was nicht. Sie probieren aus, verstehen bestimmte leise Gesten und Bewegungen, nutzen sie und würden niemals mittendrin fragen „wie jetzt?“.
Für mich steht fest: Ich bleibe bei meinen „Plus 33ern“. Julia will das jetzt auch mal ausprobieren. Sorry, ihr „Minus 33er“ da draußen. Ihr seid uns ganz einfach zu naiv-wild. Wir sind eben wie kostbares Porzellan und lassen uns nur von erfahrenen Händen berühren…



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4 Kommentare »

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  1. Das ist mal eine Ansage :=)

    Kommentar von nano — 25. April 2008 @ 15:01

  2. Stimmt nicht!!!
    Wer will schrumpeliges Fleisch, wenn er junges Gemüse bekommen kann?

    Kommentar von Andy — 7. Mai 2008 @ 15:49

  3. Ist doch klar, das die jungen wilden nachfragen…
    Wie sollen sie es sonst lernen Porzellan sorgfältig zu behandeln? Zumal ich denke das sowas relativ ist. Geschmäcker sind ja ekanntlich verschieden. Ich habe nie nachgefragt “ob ich gut war”, außer in festen Beziehungen, da soetwas dort noch ausbaufähig ist. Aber bei ONS kommt von mir nie etwas in dieser Richtung. Wenn es ihr gefallen hat, werde ich schon merken, das sie es gerne wiederholen möchte ;)

    Kommentar von Steve — 9. Juli 2008 @ 15:24

  4. mh ich verstehe nicht wie deine gleichung aufgehen soll? du willst nur erfahrene männer – schön und gut jedem das seine. aber meinst du diese wachsen auf bäumen?
    sry für mein schlechtes deutsch ich bin franzose

    Kommentar von Mr.Right — 13. Juli 2008 @ 00:08

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