Speichel, Spears und andere Sorgen…

Autor: Milena 4. Mai 2008 @ 08:22

Kalte Hand am Hintern. Meine ist’s nicht, denn so verknotet schlafe ich nicht. Erinnerung. Das ist schon mal passiert. Gestern Morgen – und vorgestern auch.

Vorher das Ritual des Austauschens von digitalen Identitäten via SMS oder Mail. Ich bin eine Wahnsinnige, was das betrifft. Am liebsten würde ich einen Stecker in sein Gehirn stecken, damit ich alles rausziehen kann, was mich interessiert und abstößt. Besonders das, was mich abstößt, denn so habe ich schon vorher eine Ausrede ES nicht zu tun. Doch leider wird gerade das immer gern falsch verstanden und am Ende als Interesse ausgelegt. Als Interesse fürs Vögeln. Dabei will ich eigentlich nur wissen, welche Gründe es geben könnte, genau das nicht zu tun, damit ich am Ende nicht mit einer kalten Hand am Hintern aufwache, die einem Maler gehört, der wahnsinniger ist, als ich es je in meinem Leben sein könnte.
Der Maler.
Ich meine, wer fünf-mal-fünf Meter große Leinwände mit Blut, Sperma, Acrylfarbe, Zeitunksausrissen und halbverbrannten Playmobilfiguren oder Barbiepuppen herstellt, kann sie einfach nicht alle beieinander haben. Ich lass mich in Ketten legen, wenn mir danach ist. Auch mich später schlecht fühlen und mit meinem Selbstverständnis rumärgern kann passieren, aber der spritzt auf eine Leinwand auf der ein Britney Spears-Bild klebt und verkauft dies als Kunst…Dazu muss ich wohl nichts mehr sagen.
Angefangen hatte diese offenbar noch nicht abgeschlossene Episode meines Lebens auf einer dieser hinterm Hof, rechts, links, dritter Stock, rosa Klingel Party. Drinnen alles weiß, Porno dank Beamer an der Wand, Bier in der Hand und Leute, die man am 1. Mai Steine werfen sehen könnte und von denen ich nun endlich mal weiß, was die abends so machen. Ich mag zwar kein Bier, aber es gab gute Musik und meine Hose saß auch. Was will man erstmal mehr. Später dann Performance. Das klingt für mich immer nach cholerischem Trendforschergebrüll. Da exaltiert sich einer, weil er provozieren will, von Innen heraus, das jedoch alle anderen nicht verstehen, weil sie seiner Meinung nach zu oberflächlich dafür sind. Doch diesmal wurde es plötzlich still und man hörte diese Stimme, die scheinbar aus einem anderen Raum kam, bis man irgendwann feststellte, dass da einer hinter den meterhohen, roten Dingern stand, die wohl Bilder sein sollten. Er redete mal leise, mal laut. Davon, dass er gerne
mal seiner Sozialamtssachberaterin in den Mund pinkeln würde oder von seinem Hund, den er als Kind hatte oder darüber, wie er abends über Britney Spears kommen würde – immer mitten in die Fresse rein. Ich habe gelacht, anfangs. Doch als ich Tage später mit eigenen Augen sah, dass er das wirklich macht, fand ich das nicht mehr amüsant.
An diesem Abend jedoch schon, da habe ich darüber gelacht, weil ich es einfach absurd fand, dass da jemand hinter seinem Bild-Ding steht und es versucht mit Metaphern zu erklären. Aber das, was dann hinter dem Bild auftauchte, hat mir fast die Wildleder-Stilettos ausgezogen. Es ist nicht so, dass mich die Äußerlichkeiten eines Körpers in irgendeiner Form beeinflussen könnten. Ich fand auch schön Männer schön, die 10 Kilo zuviel auf den Rippen hatten und wo man sich von seinen Freundinnen „sehr gemütlich“ anhören musste. Aber der Maler hatte eine Figur, die mich „hossassa“ machte. Ein angedeutetes V, kantiger Kopf und einen Arsch aus Eisen. Viele Biere später war mir sein Vortrag ebenso egal wie seine Bilder. Ich wollte nur eins: ihn ausziehen und das bitte schnell. Aber ich war für ihn wohl so was wie eine Tussi, die jungen Künstlern eine Vernissage verschaffen kann, weil sie mit dem Galeristen gevögelt hat, der Jahre später seine Bisexualität entdeckt hat. Ich war für ihn
zu glatt, zu geil, zu gierig.
Fortsetzung folgt…



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1 Kommentar »

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  1. Ganz schön grob… :)

    Kommentar von Tom — 6. Mai 2008 @ 14:00

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